Nicht in KI genannt zu werden, ist nicht das eigentliche Problem. Das eigentliche Problem ist der Besuch und der Umsatz, der jetzt bei einem Wettbewerber landet, obwohl er dir gehört hätte.
Genau das belegt eine aktuelle Similarweb-Studie zum Einfluss von KI-Empfehlungen auf reales Nutzerverhalten. Ich zeige dir die Zahlen aus der Studie, was sie über den Einfluss wirklich aussagen und was das für deine digitale Präsenz bedeutet.
Transkript:
Was zeigt die Similarweb-Studie über KI-beeinflusste Besucher?
Similarweb hat über sechs Monate hinweg, von Juli bis Dezember 2025, das Verhalten von Desktop-Nutzern in den USA verglichen. Konkret ging es um die Frage: “Was bringt KI-Sichtbarkeit meiner Marke?”
Das Ergebnis ist eindeutig. Besucher, die aufgrund einer KI-Empfehlung auf deiner Website sind, sehen sich im Schnitt 12 Seiten an. Bei Besuchern ohne diesen Einfluss sind es 6,5. Bei der Verweildauer ist der Unterschied ähnlich groß, 11,8 Minuten gegenüber 5,6 Minuten.
Das heißt im Klartext: Wer über eine KI-Empfehlung kommt, will nicht mehr stöbern. Der hat sich im Gespräch mit der KI schon fast entschieden und sucht auf der Website nur noch die Bestätigung dafür.
Warum sehe ich nur wenig KI-Traffic in meinem Web Analytics Tool?
Dieser Traffic taucht in deinem Web Analytics Tool nur teilweise als Referral auf. Similarweb zeigt, dass diese Besuche stattdessen über organische Suche oder direkten Traffic ankommen, weil Nutzer den Markennamen googeln, nachdem eine KI ihn genannt hat. Dein Attributionsmodell hat also einen blinden Fleck genau an der Stelle, an der die Kaufentscheidung beeinflusst wird.
Wird deine Marke nicht genannt, bekommt ein Wettbewerber den Besuch, das Engagement und am Ende die Conversion.
Über die Hälfte dieser KI-beeinflussten Besuche, um genau zu sein 56 Prozent laut Similarweb, kommt über die Suche an. Schützt du deine Markensuchergebnisse nicht ausreichend, kann eine gute KI-Empfehlung für dich komplett ins Leere laufen.
Wie verändert sich gerade die Rolle deiner Website?
Lange war die Website das Ziel jeder Marketingaktivität. Suche, Social, E-Mail, alles führte am Ende zu einem Klick auf die eigene Seite. Dieses Modell ändert sich gerade, und zwar schneller, als die meisten Marketingabteilungen es wahrhaben wollen.
Immer öfter besucht der Nutzer die Website im ersten Schritt gar nicht mehr selbst. Ein Assistent liest mehrere Quellen, verdichtet sie und liefert direkt eine fertige Antwort. Die Website wird damit weniger zum Ziel und mehr zur Datenquelle, aus der sich ein Agent bedient.
Klingt nach Zukunftsmusik, ist aber in vielen Branchen längst Alltag. Noch findet der eigentliche Kauf meistens auf der Website statt. Der Weg dorthin führt aber immer öfter über einen Agenten, der vorher schon entschieden hat, wer überhaupt gezeigt wird und wer nicht.
Was bedeutet Einfluss eigentlich und warum ist Reichweite nicht dasselbe?
Hier muss man sauber unterscheiden. Reichweite sagt nur, wie viele Menschen eine Botschaft potenziell sehen. Einfluss entsteht erst durch drei Faktoren zusammen: wie viel Aufmerksamkeit ein Nutzer in dem Moment hat, wie relevant der Inhalt für sein konkretes Anliegen ist, und wie sehr er der Quelle vertraut.
Eine Bannerwerbung hat riesige Reichweite und trotzdem kaum Einfluss, weil kaum jemand bewusst hinschaut oder sie ernst nimmt. Eine KI-Empfehlung erreicht deutlich weniger Menschen, aber genau in dem Moment, in dem sie eine konkrete Frage stellen, ihr volle Aufmerksamkeit schenken und der Antwort vertrauen. Kleine Reichweite, große Wirkung.
Genau das bestätigt auch die Similarweb-Studie mit einer konkreten Zahl: Nutzer besuchen eine Marke bis zu 2,5-mal häufiger innerhalb von sieben Tagen, nachdem sie eine passende KI-Empfehlung erhalten haben.
Was heißt das jetzt für Marken?
Vier Dinge würde ich aus der Studie und aus der aktuellen Entwicklung insgesamt mitnehmen.
- Miss nicht nur reinen Referral-Traffic von ChatGPT und Co, sondern schau dir Suche und Direct-Traffic zusammen mit deiner Sichtbarkeit in KI-Antworten an.
- Behandle KI-Sichtbarkeit entlang der Customer Journey als Frühindikator für Umsatz.
- Verteidige deine eigenen Markenbegriffe in der Suche, organisch genauso wie bezahlt.
- Vergleiche dich laufend mit dem Wettbewerb. Die entscheidende Frage ist nicht nur, wie sichtbar du bist, sondern wo stattdessen ein Wettbewerber empfohlen wird. (validiertes Prompt Set als Voraussetzung, weil sonst messen etwas sinnloses)
Die Zahlen sind eindeutig. Besucher, die über eine KI-Empfehlung kommen, sehen sich mehr an, bleiben länger und kommen häufiger wieder. KI-Empfehlungen entscheiden heute schon mit, wer den Umsatz bekommt.
Vielen Dank für’s Zusehen und bis zum nächsten Mal!
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