Ich sage dir immer wieder, dass es für KI-Sichtbarkeit keine Hacks gibt, und dabei habe ich dir elf ziemlich wirksame verheimlicht. Viele davon sehe ich in der Praxis falsch umgesetzt, und bei manchen machst du am Ende nicht dich sichtbarer, sondern deine Konkurrenz.
Heute bekommst du alle, vom Query Fan-Out in deinen Überschriften bis zu dem Satz auf deiner Website, mit dem du dich selbst aus KI-Empfehlungen streichst.
Transkript:
Das Fundament ist digitale Präsenz in deinem Netzwerk
Bevor wir jetzt gleich einen Deep Dive in die Finessen von Generative Engine Optimization machen, ist es mir noch mal wichtig zu sagen:
Was ich dir erzähle, ist ultramächtig, aber einerseits von kurzer Dauer und andererseits nicht die Lösung für alles, wenn dir das Fundament fehlt.
Mit dem Fundament meine ich: In dieser Welt der Personalisierung, in der jeder einen Berater zur Verfügung hat, der über fast endlosen Kontext verfügt, ist es für Unternehmen ganz entscheidend, eine klare Positionierung und eine umfangreiche digitale Präsenz zu haben. Damit meine ich nicht nur die Website, sondern auch, was passiert in den Medien, was passiert auf Social Media. Alles zusammen erzeugt Sichtbarkeit in KI-Systemen und es ist nicht unrealistisch zu sagen, dass das die zentrale Oberfläche zwischen Nutzern, Interessenten und Marken werden wird. Als Marke muss ich in der Kategorie, in der ich bin, in diesem Netzwerk alle für mich relevanten Informationsräume nutzen, bespielen und meistern.
Diese Interessenten sehen nur kuratierte Informationen und dich als Marke, als Fragment in dieser KI-Erfahrung. Hacks können hilfreich sein, wenn ich die andere Ebene gemeistert habe, aber sie lösen nicht eine schlechte Marke, eine schlechte Positionierung und zu wenig digitale Präsenz im Vergleich zur Konkurrenz.
Und damit starten wir rein in unsere GEO-Hacks.
Wie nutzt du Query Fan-Out richtig?
Wir haben ja vor einigen Monaten schon mal ein Video dazu gemacht, aber das ist eines der häufigsten Themen in Erstgesprächen mit Kunden bei mir. Den meisten ist nicht klar, wie sehr SEO das Fundament für Sichtbarkeit in KI-Systemen wie ChatGPT, Claude, Gemini, KI-Modus und Copilot ist. Eine Grafik, die ich dann immer zeige und die meiner Meinung nach das Konzept natürlich vereinfacht, aber sehr gut und sogar für Laien verständlich zeigt, ist von Dan Petrovic.
Ich erkläre es immer gerne so: Die Welt ändert sich in eine Richtung, in der nicht Menschen Keywords in Suchmaschinen eingeben, sondern Menschen KI-Systemen Fragen stellen. KI-Assistenten bzw. Sprachmodelle übernehmen das Googeln für dich. Das ist eine vereinfachte Darstellung, aber das ist, worum es bei Query Fan-Out geht.
Wenn ich jetzt in diesen Systemen sichtbar sein will, dann mache ich es wie früher bei einer Keyword-Recherche. Das heißt, ich baue mein Prompt-Set, weil ich es für mein Unternehmen nutzen will. Dann wird eine der Datenquellen unbedingt die Google Search Console sein, weil wir hier sehen, was Leute eingeben. Zusätzlich wollen wir wahrscheinlich Daten aus Bing Webmaster Tools, weil die uns noch mehr offenlegen, wie der Query Fan-Out aussieht.
Wenn ich jetzt Inhalte produziere (also ich spreche jetzt von Seiten), will ich darauf achten, die Seite natürlich auch für Suchmaschinen zu optimieren, aber auch für diese KI-Systeme und deren Query Fan-Out. Das heißt, ich nutze beispielsweise in meinen Zwischenüberschriften die Formulierungen aus dem Query Fan-Out.
Dank Research von Metehan Yesilyurt wissen wir mittlerweile auch, dass Chunking keine Halluzination von SEOs war, sondern dass Systeme wie ChatGPT tatsächlich solche Vorgehensweisen nutzen.
Für mich ist es nicht überraschend, wenn wir überlegen, wie lange Google schon an Passage Indexing arbeitet. Es ist tatsächlich so, aber wir wissen mittlerweile auch, dass auch ChatGPT so funktioniert. Hierzu würde ich wärmstens empfehlen, ein früheres Video von uns anzusehen, in dem es darum geht, worauf wir bei Content achten müssen, wenn er von KI-Systemen zitiert werden soll.
Was man immer mitbedenken muss: Wenn ich eine Seite für Suchmaschinen optimiere und dieselbe Seite gleichzeitig für KI-Systeme optimiere, ist es nicht immer so, dass man dann in beiden Dimensionen gewinnt. Hier gibt es keine einfache Lösung. Es ist etwas, was man unbedingt mitbedenken sollte und auch für sich selbst testen muss.
Wie solltest du deine Markt für KI definieren?
Kein „Wen wir nicht bedienen“
Was ich in der Praxis sehr häufig sehe, was von grundlegenden Missverständnissen und auch von der übermäßigen Nutzung von KI herrührt und der Sichtbarkeit von Marken sowie der Anzahl der Empfehlungen schadet, ist, was KI macht, wenn ich einen Text schreibe: „Du bist das nicht. Du bist gut hier, du bist schlecht hier.“
In der Praxis ist es so, dass, wenn ich Exklusionskriterien in meinen Content schreibe, Modelle genau darauf scharf sind und einfach nur nach einem Grund suchen, gewisse Anbieter oder gewisse Kandidaten auszuschließen. Dementsprechend würde ich empfehlen, zu schreiben, für wen man ist oder für wen man die richtige Lösung ist, aber nicht für wen nicht.
Natürlich ist es auch ein Positionierungsthema und das muss mitbedacht werden, aber aus der Sicht, dass ich sichtbar sein will in einem LLM, würde ich das, für wen ich nicht geeignet bin, nicht auf meine Website schreiben.
Was du bist, für wen und wann warum die beste Lösung
Ein Modell oder Framework, wie ich gerne über KI-Sichtbarkeit denke, ist in Tortenschichten:
- Die Entity Base definiert, was ich bin, für wen und in welchem Nutzungsszenario ich warum empfohlen werden sollte. Das ist typischerweise die Website, so etwas wie Wikipedia oder in meiner Branche zentrale Verzeichnisse.
- Third-Party Validation: Hier geht es darum, die Bedeutung bzw. die Attribute, die meine Entität hat, zu validieren und zu bestätigen, dass es auch wirklich so ist. Hier geht es darum, dass ich mich bei den Autoritäten meiner Kategorie immer und immer wieder als Beschreiber meiner Entität darstelle. So gebe ich ihr Validierung und Autorität.
- Community: Das ist nicht in jeder Kategorie oder in vielen Kategorien so wichtig. Es geht darum, was Nutzer auf Reddit, in irgendwelchen Foren oder auf LinkedIn über mein Unternehmen sagen.
Es ist ganz zentral, dass du irgendwo auf einer prominenten Seite auf deiner Website deine Entität klar definierst, und zwar nicht im Marketing-Sprech, sondern wie man ein Objekt definiert. Du brauchst dafür keine Grounding Page, sondern das soll einfach gut eingeflochten sein in deine Website.
Wie dich das Modell beschreiben soll
Wenn du willst, dass Modelle zu deiner Marke immer wieder eine bestimmte Aussage treffen, ist es äußerst hilfreich, wenn das in Zahlen definierbar ist und du das dann auch auf deiner Website und extern validierst. Das kann beispielsweise sein:
- mit wie vielen Kunden du arbeitest
- in wie vielen Ländern
- irgendein NPS-Score
Alles, was wirklich eine echte Definition ist und nicht „große Unternehmen vertrauen auf uns“.
Wie solltest du über Konkurrenten für KI schreiben?
Bestenlisten auf der eigenen Website
Das ist etwas, was viele nicht ganz auf dem Schirm haben, beziehungsweise dass Bestenlisten auch nach hinten losgehen können. Was oft passiert, ist: Du machst eine Bestenliste auf deiner Website, auf der du die Nummer 1 bist, und bei den anderen schreibst du so wenig wie möglich, weil du ja auch aufpassen musst, was du sagst. Bei dir schreibst du einen langen Positionierungstext.
Was dann passieren kann, ist, dass deine Bestenliste dazu führt, dass deine Konkurrenten sichtbarer werden, aber du wirst als Marke dadurch nicht öfter erwähnt.
Hier würde ich einfach empfehlen, vom Format her alles gleich zu machen: Jede Beschreibung nach einem gleichen Format. Dann ist die Chance am besten. Mir scheint, dass das auch dann passieren kann, wenn ich eine unbekannte Marke bin und die anderen in der Liste bekannte Marken sind, die sehr oft erwähnt werden und auch auf anderen Bestenlisten vorkommen. Bestenlisten können dann auch nach hinten losgehen und haben überhaupt keinen Effekt für die schwächere Marke.
Es muss schon halbwegs der Wahrheit entsprechen.
Das war jetzt auch schon die Überleitung zu diesem Thema. In der SEO- und GEO-Agenturbranche ist das Ganze ja total aus dem Ruder gelaufen. Man muss sich einfach nur wundern, warum manche auf diesen Listen sind.
Ich denke hier an eine ganz spezifische Liste, auf der einfach Agenturen drauf sind, die in keine Bestenliste gehören, und an Agenturen, die es seit drei Tagen gibt und in dieser Bestenliste sind. Hier muss man auch darauf achten, dass das Ganze nicht nach hinten losgeht, weil es ja immer mehr in die Richtung gehen wird, dass die Modelle dieses Gaming des Algorithmus verhindern wollen. Dann werden sie einfach nicht mehr Listen nutzen, die offensichtlicher Bullshit sind. Generell habe ich ja schon bei unserem Video über Listicles gesagt: Ihr müsst wirklich aufpassen, was ihr da über eure Konkurrenten reinschreibt, weil vieles davon einfach unlauterer Wettbewerb ist und sehr unangenehme Folgen haben kann.
Allgemeine Content-Hacks für ChatGPT, KI-Modus und Co.
Jede Seite braucht ihre passenden Zahlen und Fakten.
Wahrscheinlich kennst du das schon, aber die Modelle verifizieren Kandidaten dann ja durch Suchen mit dem site-Operator, was generell in gewisser Weise ein Hack ist.
Ich muss dafür sorgen, dass auf jeder Seite die relevanten Zahlen sind, und es reicht nicht, wenn das irgendwo auf meiner Website ist. Wenn ich jetzt zitiert werden will, sagen wir, wir machen für einen Kunden von uns Marktforschung.
Da geht es nicht nur darum, dass diese Zahlen auf dem Asset selbst oder in diesem Asset selbst vorkommen und das zitiert wird. Die Zahlen müssen dann logischerweise auch nach ihrer Relevanz auf anderen Seiten der Website verteilt und gewissermaßen wiederholt werden.
Ein Punkt, den ich hierzu noch mal hervorheben will: Jede Seite braucht ihre passenden Zahlen und Fakten. Mit „passend“ meine ich hier Relevanz, weil es sonst nicht funktioniert. Es muss zur Suchintention die passende Zahl oder die passenden Zahlen sein.
Antwortmaschinen finden nicht alle Antworten.
Auch diesen Punkt sehe ich sehr häufig schlecht umgesetzt: Es ist in der KI-Ära jetzt nicht so, dass du irgendwo auf deiner Website eine Antwort schreiben kannst und dann sagst: „Hey, jetzt wissen die Systeme das und das reicht aus.“ Sondern wenn ich wirklich für etwas zitiert werden will, für ein Thema, ein Subthema, was auch immer, dann werde ich dazu eine eigene Seite haben müssen. Es reicht nicht aus, irgendwo in dem Ratgeber einen Textblock hinzuzufügen, und schon ist das Thema erledigt. Das ist nicht, wie die Systeme funktionieren.
Du brauchst keine Grounding Pages, aber klare Daten.
Du kennst vielleicht meine Meinung zu Grounding Pages. Das ist für mich wieder so eine Notlösung, nur für die Maschine. Das gab es im SEO-Bereich genau gleich. Je intelligenter die Systeme werden, was wir ja auch sehen, desto weniger wichtig sind solche Umgehungen.
Trotzdem ist es heutzutage ganz entscheidend, die eigene Website immer mehr auch als Datenoberfläche zu sehen und auf Seiten, wo dies relevant ist, auch wirklich Parts zu haben, wo es um Daten geht und nicht nur um Marketinggeschwafel.
Starte mit dem, was dich differenziert.
Das sollte jetzt eigentlich nichts Neues sein, weil es auch generell aus Nutzersicht der richtige Approach ist. Sagen wir mal: Du machst eine Landingpage oder einen Blogartikel. Dann willst du auf dieser Seite nicht starten mit dem, was alle anderen auch so sagen, wo es 6.000 Ratgeber gibt, die genau das Gleiche sagen. Stattdessen willst du starten mit dem, was bei dir anders ist: neuen Daten, deinen Erfahrungen, deinen einzigartigen Insights und so weiter, was dich differenziert. Es gilt für eine Landingpage genauso wie für einen Blogartikel.
Aktualität ist weiterhin sehr wirksam.
Vor längerer Zeit habe ich dazu eine eigene Folge gemacht, wie sehr Aktualität ein Faktor für KI-Systeme ist. Das gilt weiterhin und dementsprechend sollte jedes Unternehmen mit einer Website darüber nachdenken, wie es aus seiner Website etwas Lebendiges machen kann.
Mit „etwas Lebendiges“ meine ich, dass es hinter dieser Website in irgendeiner Form eine Knowledge Base geben muss, oder um ein Buzzword rauszuhauen, ein Second Brain. Darin muss es Ausgangsdokumente geben, wie z. B. zur Positionierung: Wir machen das so und so und wenn sich etwas daran ändert, wird das auf der ganzen Website geändert oder zumindest ein Vorschlag gemacht, wo wie was.
Es kann nicht weiter so gehen, dass es Content-Manager gibt, die an einzelnen Seiten irgendwas machen. Es gibt jetzt ganz andere Möglichkeiten mit MCP und so weiter, mit denen ich aus meiner Website etwas Lebendiges machen kann, was sich zu einem gewissen Grad mit gewissen Rahmenbedingungen selbst aktualisiert.
Schlussgedanke: Austauschbarkeit
Und jetzt noch ein Schlussgedanke, der mir am Herzen liegt und mir bei den meisten viel zu wenig präsent ist: In der KI-Ära ist der Trend immer mehr in Richtung vollkommener Austauschbarkeit. Das sollte jedem Unternehmen Angst machen, denn Profit und Erfolg kommen von Differenzierung.
Deswegen noch mein Tipp zum Abschluss an dich: Lass nicht zu, dass du durch die Optimierung auf Algorithmen und die Nutzung von KI wie alle anderen wirst. Wenn du wie alle anderen bist, macht auch niemand mehr einen Gewinn.
Wenn du wissen möchtest, was die richtige Strategie und die richtige Roadmap für dein Unternehmen sind, um mehr Sichtbarkeit in der klassischen Suche und in KI-Systemen zu erlangen, melde dich bei uns für ein kostenloses Strategiegespräch, in dem wir uns das gemeinsam ansehen.
Vielen lieben Dank fürs Zusehen und bis zum nächsten Mal!
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